The Artist – Ein Film tanzt aus der Reihe

Bildquelle: http://www.theartist-derfilm.de

In der großen Zeit der Stummfilme, die 1920er Jahren, ist George Valentin (Jean Dujardin) ein gefeierter Star. Es ist die Blütezeit seiner Karriere. Die Frauen schwärmen ihm hinterher und er ist einer der gefragtesten Schauspieler seiner Zeit. Ganz nebenbei entdeckt er das Talent der Statistin Peppi Miller (Bérénice Bejo). Zwischen den beiden entwickeln sich Gefühle. Doch während die Zeiten sich ändern und die moderne Technik auch das Kino einholt, verschiebt sich das Gleichgewicht ihrer Talente. Valentin versucht verzweifelt zu verhindern, dass der Tonfilm seine Karriere überrennt, Miller hingegen nutzt ihre Chance und wird zu einem beliebten Star.

Michel Hazavanicius tanzt für die heutige Zeit mit seinem Film „The Artist“ total aus der Reihe. Zwischen den hochmodernen Möglichkeiten einen Plot in ein verzauberndes Gewand zu kleiden, bedient er sich der ältesten Methode. Was der Film thematisiert, stellt Hazavanicius auch in der Umsetzung dar. Er verzichtet auf Farbe genauso wie auf Dialoge. So ist der Film des sowohl Drehbuchautors als auch Regisseurs nicht nur von der Seite der Unterhaltung zu sehen. Es handelt sich um ein interessantes Kunstwerk.

Natürlich wird der Film allein aus dem Grund Aufmerksamkeit erwecken, weil es für das typische Kino-Publikum der heutigen Zeit etwas Neues ist. Trotzdem sollte man aber auch das Staraufgebot, das sich hier zusammengefunden hat nicht außer Acht lassen. Neben den Hauptdarstellern Jean Dujardin und Bérénice Bejo findet man auch sehr bekannte Gesichter wieder. Hierzu gehört beispielsweise John Goodman, der seit „Die Päpstin“ aus 2009 als Papst Sergius II. und einem eher unbekannten Independent Action-Horror-Thriller „Red State“ in der Rolle eines Agenten zwischendurch nur noch in Fernsehserien aufgetreten ist, als der Produzent Al Zimmer. Aber genauso erkennt man Clifton, alias James Cromwell, den man aus bekannten Filmen wie unter anderem „Ein Schweinchen namens Babe“ oder einer seiner vier Rollen als Präsidenten, zuletzt in „W. – Ein missverstandenes Leben“ als George H. W. Busch, kennt und Malcom McDowell, dessen bekannteste Rolle die Hauptfigur Alex in „A Clockwork Orange“ aus 1971 war, in einer Gastrolle, kurioser Weise auch als ein Gast.

Die Musik für den französischen Film wurde von Ludovic Bource komponiert, der in der Filmbranche noch eher unbekannt ist. Jedoch fehlt dem Zusammenspiel aus Bild und Ton laut Trailer nicht die Qualität, die man zu vermissen vermuten könnte. Die Harmonie, die Bource für dieses vielversprechende Kunstwerk geschaffen hat, bedient zur richtigen Zeit die richtigen Gefühle.

Nicht umsonst hat diese brilliant durchdachte Hommage an die 1920er Hollywood-Filme seit ihrer Uraufführung am 15. Mai 2011 bei den 64. Internationalen Filmfestspielen von Cannes, wo er schon den Darstellerpreis für Jean Dujardin verliehen bekam, schon über 30 Nominierungen und Auszeichnungen erhalten. Dazu gehören unter anderem drei Golden Globes am 15. Januar 2012 in den Kategorien „Bester Film (Komödie oder Musical)“, „Bester Hauptdarsteller (Komödie oder Musical)“ für Jean Dujardin und „Beste Filmmusik“ und die weiteren Nominierungen für „Beste Nebendarstellerin“ für Bérénice Bejo, „Bestes Drehbuch“ und „Beste Regie“.

Aber, wie sich der Autor des Films wohl auch schon gedacht hat: Bilder, auch wenn sie nur schwarz-weiß sind, sagen mehr, als 1000 Worte. Die Zeit bis zum deutschen Kinostart, am 26. Januar 2012, muss noch der Trailer überbrücken.

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