Nest Protect – der smarte Rauchmelder getestet

Ich muss ehrlich gestehen, dass mir meine Frau seit einem Jahr in den Ohren liegt, ich soll mich doch mal um Rauchmelder kümmern. Grundsätzlich hat sie ja auch recht – auch wenn ich das nie zugeben würde – immerhin ist es ja auch in Deutschland meistens Pflicht einen Rauchmelder anzubringen.

Dann habe ich mich irgendwann hingesetzt und mich über Rauchmelder informiert. Zuerst viel mein Blick auf die Testsieger der Stiftung Warentest. Da dachte ich mir: super, rund 20 Euro pro Rauchmelder, passt. Nun geht der Bericht um den Nest Protect und dieser „Rauchmelder“ kostet immerhin 100 Euro – oder anders gesagt 500 % – mehr. Warum sollte man also so viel ausgeben?
So dann erstmal kurz was mich getrieben hat, doch so viel mehr Geld auszugeben. Zum einen stimmt der Preis der normalen Rauchmelder nicht, zumindest nicht in meinem Fall. Denn für Häuser, eigentlich egal ob Einfamilienhaus oder Reihenhaus, wird mindestens ein Rauchmelder mit Funkmodul empfohlen. Warum? Naja, sollte der Rauchmelder im Keller Alarm geben, ich diesen aber im Obergeschoss im Schlafzimmer nicht hören, ist das Ganze ja eher unproduktiv. Bei Rauchmeldern mit Funkmodul kommunizieren diese miteinander und geben gemeinschaftlich Alarm.

So dann also Testsieger plus Funkmodul. Rund 50 – 60 Euro gehen ja auch noch. Bleibt erneut die Frage, warum man trotzdem noch so viel mehr für den Nest Protect ausgeben sollte.

Dann bin ich über aktuelle Studien gestolpert (Berichte findet ihr bei Google oder ich verlinke mal hier auf Heise), nach denen Kinder von der Frequenz der Rauchmelder nicht wach werden. Gut, Kinder habe ich noch keine, aber doof ist es ja trotzdem. 

Nun zum eigentlichen Test

So, das Intro war nun lang genug, aber vielleicht hat es ja trotzdem ein paar Infos enthalten, die dem einen oder anderen helfen.

Also, als erstes habe ich mich gefreut als der Nest Protect ankam. Gefreut habe ich mich wie ein kleiner Nerd. Erstmal Fotos gemacht, ausgepackt, Fotos gemacht und das ganze bewundert. Dann wollte ich mit der Einrichtung anfangen und nichts ging. Scheinbar hatte auch Nest unter den Amazon AWS Problem zu leiden. Ein Server „Ausfall“ der das halbe Internet lahm legt kommt bestimmt nicht täglich vor, aber an diesem Tag war es leider so. 

Nochmal probiert und… Nichts. Dann kam der schwerste Teil – die Erkenntnis das es in diesem Moment nichts mehr bringt.

Die Probleme hatte auch nicht nur ich, sondern auch andere berichteten im Internet über Probleme, auch mit den Kameras von Nest. Hier kann man auch gleich ableiten in wie weit das Ganze abhängig ist. Der Rauchmelder wird wahrscheinlich auch weiterhin funktionieren, doch die smarten Funktionen fallen dann aus und auch die Einrichtung scheitert in diesen Momenten.

Zur Einrichtung wird mindestens ein kostenloses Nest Konto benötigt, somit ist im Rahmen der Einrichtung auch ein Konto notwendig bzw. wird die Registrierung angeboten. Dafür ist dann auch logischer Weise eine Internet-Verbindung notwendig. Hier greift die Nest Protect auf das Wlan-Netzwerk zurück, wobei nur Netzwerke im 2,4 GHz Bereich unterstützt werden. Der Netzwerkschlüssel wir allerdings benötigt, denn WPS o.ä. wird aktuell nicht unterstützt.

Technische Daten

    Verbindung:

  • 802.11 b/g/n @ 2.4GHz
  • 802.15.4 b/g/n @ 2.4GHz
  • Bluetooth Low Energy (BLE)
  • Quelle

    Daten-Sicherheit

    Hier ist nun der Part, über den ich am wenigsten herausgefunden habe. Grundsätzlich können die Nest Produkte mit dem eigenen Netzwerk kommunizieren und haben so auch theoretisch Zugang auf die Daten im Netzwerk. Somit habe ich mich entschlossen die Nest über einen Gastzugang mit dem Internet zu verbinden. Dies schien mir einfach sinnvoller, da am Ende auch verschiedene Nest Geräte, bzw. kompatible Geräte, ein eigenes Netzwerk untereinander aufbauen.

    Dann bleibt noch die Frage der eigenen Daten auf den Servern. Selbst die Nest Protect hat einen Bewegungsmelder und ein Mikrofon. Die Daten liegen hier auf Servern die, zumindest so mein aktueller Stand, nicht in Deutschland liegen. Man muss sich also schon der möglichen Konsequenzen bewusst sein, die man sich somit ins Haus holt. Gut, ich will jetzt keinem raten sich Hüte aus Alufolie zu basteln, aber zumindest bedenken sollte man so etwas vor dem Kauf.

    Funktionen

    Der Nest Protect ist mehr als ein Rauchmelder der Infos an ein Smartphone sendet. Gleichzeitig wir auch Kohlenmonoxid (CO) gemessen, mit einem gesprochen und ein Nachtlicht angeboten. Das Nachtlicht kann man übrigens ausschalten, was ich im Schlafzimmer auch raten würde. Der Sensor hat eine Messung im Bereich von 120°. Da kann es auch passieren, dass man sich im Schlaf dreht und von dem Nachtlicht geweckt wird. Bei mir blieb die Funktion eine ganze Nacht bestehen. Natürlich kann diese Funktion aber in den Fluchtwegen durchaus praktisch sein.

    Die Sprachfunktion ist schon sehr praktisch – nicht nur bei der Einrichtung. Zum einen erkennen natürlich auch Kinder Sprachansagen und können davon wach werden. Zum anderen informiert sie zusätzlich welche Gefahr besteht und wo. Dies ist natürlich ganz interessant, wenn z.B. im Schlafzimmer ein Brand für den Flur gemeldet wird. Hier wäre dann wohl der Fluchtweg durch das Fenster oder andere Alternativen zu überlegen. Auch meldet die Nest über die LED Probleme und leuchtet Nachts z.B. einmal grün, sofern alles in Ordnung ist. Dies ist besser gelöst als bei den meisten „normalen“ Rauchmeldern, bei denen irgendein Licht irgendetwas anzeigt.

    Im Großen und Ganzen bin ich bisher sehr zufrieden mit meiner Entscheidung. Ich mag solche Spielzeug an sich schon sehr gerne und sehe hier einige Vorteile. Hoffentlich erfahre ich nie wie gut es im Ernstfall funktioniert. Sollte jemand mal Erfahrungsberichte haben, würden sich aber alle Leser bestimmt über einen Kommentar freuen.

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